EMSE

Entwicklung von Methoden zur Nutzung von Routinedaten für ein sektorenübergreifendes Entlassmanagement

Im Auftrag des Innovationsausschusses beim Gemeinsamen Bundesausschuss hat das AQUA-Institut im April 2017 mit einem Forschungsvorhaben begonnen, um Grundlagen für die Implementierung eines effektiven, sektorenübergreifenden Entlassmanagements zu erarbeiten. Es soll ein Instrument entwickelt werden, das die Maßnahmen und Verantwortlichkeiten zur Planung und Umsetzung des Weiterversorgungsbedarfs von Patienten abbildet.

Es wird in informationstechnisch aufbereiteter Form vorliegen und die rechtlichen Rahmenbedingungen berücksichtigen. Darüber hinaus wird analysiert, für welche Patientengruppen ein strukturiertes Entlassmanagement erforderlich ist. Durch die Einbeziehung von Routinedaten, die bereits bei den Krankenkassen vorliegen, kann die Informationsgrundlage verbessert und der vorhandene Dokumentationsaufwand verringert werden.

Fragestellungen

[1] Wie können Patienten mit einem erhöhten poststationären Versorgungsbedarf über Routinedaten definiert und frühzeitig identifiziert werden?

[2] Welche Informationen werden im Prozess des Entlassmanagements benötigt und welche dieser Informationen stehen als Routinedaten bereits zur Verfügung?

[3] Wie können die Inhalte und Prozesse informationstechnisch so definiert werden, dass sie unabhängig von spezifischen EDV-Systemen als Vorgaben verwendbar sind?

[4] Welcher gesetzliche und untergesetzliche Anpassungsbedarf ergibt sich insbesondere dadurch, dass Krankenkassen und Nachsorger systematisch und frühzeitig in die Prozesse und Informationsgrundlagen einbezogen werden sollen?

Methodisches Vorgehen

[1] Recherchen nach aktuell implementierten Prozessen zum Entlassmanagement, Assessmentinstrumenten, gesetzlichen und untergesetzlichen Anforderungen.

[2] Befragung und Durchführung von Workshops mit verschiedenen Expertengruppen (z.B. Ärzte, Pfleger, Sozialdienste, Softwareanbieter, Nachsorger, Patienten- und Angehörigenvertreter, Krankenkassenvertreter, Vertreter der Selbstverwaltung).

[3] Analyse von Routinedaten zur Entwicklung eines Prognosemodells, das Patienten mit einem erhöhten poststationären Versorgungsbedarf identifiziert.

[4] Relevanzbewertung der Merkmale des entwickelten Entlassmanagementinstruments durch Einbeziehung von Experten.

[5] technische Pilotierung.

Quelle

AQUA – Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH: EMSE - Entwicklung von Methoden zur Nutzung von Routinedaten für ein sektorenübergreifendes Entlassmanagement, April 2017.

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